Zeit

Die Zeit fliegt dahin

doch wo bleibt der Sinn?

Hinter bierernsten Masken

suchen Spießer nach Anerkennung.

Eine Belanglosigkeit reiht sich

an die andere, während die Zeit

tiefe Spuren in meinem Gesicht hinterläßt.

Und ich frage mich: warum?

von Mathias Bleckmann 2006

 

 

Mit Microstock zum Millionär

Geld verdienen mit den eigenen Fotos

Vorwort 1

Von Mathias Bleckmann

Etwa 35 Millionen Freizeitfotografen zeigen ihre Bilder auf der Plattform Flickr. Jetzt können viele von ihnen Geld damit verdienen. Natürlich ist es möglich, mit seinen eigenen Fotos eine sechsstellige Summe zu verdienen. Der ehemalige Psychologie-Student Yuri Arcurs zum Beispiel hat ein kleines Unternehmen aufgebaut, das über zwei tausend Fotos pro Tag auf den Markt wirft. Der 31-jährige Däne ist „der weltweit bestverdienende Microstock-Fotograf“, wie es auf seiner Webseite heißt, und bekennender „Microstock-Millionär“. Er lädt seine Fotos auf ein Dutzend Plattformen und kommt auf circa 2 Millionen Verkäufe im Jahr.

Allein zur Verschlagwortung seiner Bilderflut hat er vier Leute eingestellt, während in Indien mindestens fünfzehn Mitarbeiter für ihn Aufnahmefehler der Fotos mit Photoshop beheben. Yuris Vorteil ist der, dass er bei den Microstock Agenturen so erfolgreich und bekannt ist, dass jedes neue Bild von ihm auf die ersten Seiten der Suchergebnisse kommt und ein Abverkauf dadurch garantiert ist, nur so ist auch sein Investment von 200.000 € von Januar 2009 in Südafrika erklärbar. Mit der Microstock-Fotografie angefangen hat Yuri im Jahre 2005 mit einem Budget von 50$ pro Shooting und etwa. 500 Fotos, die er bei Shutterstock einstellte. Seine Freunde benutzte er als Models, besonders seine blonde Freundin sollte uns bekannt vorkommen, weil sie auf fast allen frühen Fotos von Yuri zu sehen ist.

Was bedeutet Stockfotografie?

Stockfotografie bedeutet, Bilder auf Vorrat zu produzieren. Das Wort selbst hat seinen Ursprung im Englischen („to have in stock“ = „auf Lager haben“). Man fotografiert also etwas, um die Bilder irgendwann an Kunden zu verkaufen, die vielleicht keine Zeit oder zu wenig Geld haben ein Fotoshooting für das gesuchte Bild zu beauftragen. Die Fotos werden über Bildagenturen (wie z.B. fotolia) vertrieben und verkauft.

Yuris Freundin Cecilie zählt mittlerweile zu den bekanntesten „namenlosen“ Models dieser Welt.

Wenn man sich Yuris Einnahmen genauer anschaut, wird man feststellen, dass er 50% seiner Einnahmen mit nur 5 % seiner Fotos macht, den sogenannten Topsellern.

Den Traum vom Foto-Amateur zum Millionär kann jeder träumen. Einzige Voraussetzung sind qualitativ und inhaltlich herausragende Aufnahmen. Allerdings ist es für alle nachfolgenden ambitionierten Fotografen ungleich schwerer geworden, diesen Erfolg zu erreichen. Allein die Vielzahl der bereits in den Stocks online vertretenen Motive macht es schwer, aber nicht unmöglich.

Auf die Interview-Frage, ob es heute noch möglich ist, ein zweiter „Yuri Arcurs“ zu werden, antwortete Yuri alias „Mr. Microstock“ so: „Auf jeden Fall!“

 

Das Unwort des Jahres 2021

Das Unwort des Jahres 2021 wurde „Pushback„, das verkündete eine Jury von Sprachwissenschaftlern der Uni Marburg. Der aus dem Englischen stammende Begriff bedeutet „zurückdrängen“ oder „zurückschieben“ und wird im Zusammenhang mit möglichen illegalen Zurückweisungen von Flüchtenden an Grenzen verwendet.

Das Jugendwort des Jahres

Applaus, Applaus, Applaus

Cringe“ ist das Jugendwort des Jahres 2021.

In einer Online-Abstimmung unter Jugendlichen erhielt der Begriff, der für das Gefühl von Fremdscham steht, 42 Prozent der Stimmen, wie der Langenscheidt-Verlag am 25.10. 2021 bekanntgab. Eine peinliche Situation wird als „cringy“ bezeichnet.

Das Ungetüm

Ganz ungestüm
kam das Ungetüm
und wollte nicht
von dannen ziehn

Ich macht mich groß
es ging in die Hos
und biß mich in den Schoß
hab jämmerlich geschrien

Mathias Bleckmann

Rechtschreibfehler Nummer 1 in Deutschland

Nach Angaben des Gießener Germanistik-Professors Helmuth Feilke ist der häufigste Fehler das falsche „das“ oder „dass“. Es sei das am häufigsten falsch geschriebene Wort, das sei bei Schülern und Erwachsenen so. Für Feilke ist es ein „faszinierender Fehler“.

Grammatisch seien die Verhältnisse sehr klar, er sei weder mit der Rechtschreibreform noch mit der Lehrweise zu erklären. Der richtige Ansatz zur Erklärung sei noch nicht gefunden, aber in Arbeit.

Jugendwort des Jahres 2021

Seit 2008 wird alle zwölf Monate das Jugendwort des Jahres gesucht. In diesem Jahr taucht dort ein Wort auf, was viele Leute vermutlich noch nie gehört haben: „papatastisch“. Dahinter steckt der deutsche Twitch-Streamer Kevin „Papaplatte“ Teller oder besser gesagt seine Community. Beim Vorentscheid setzte sich dieses Wort zusammen mit neun anderen Wörtern durch und landet nun in der finalen Abstimmung.

Dieses Jahr soll vor allem die Jugend mit entscheiden, welches Wort zum „Jugendwort des Jahres 2021“ gekürt wird. In den vergangenen Jahren hat das eine Jury entschieden.

Es gibt Begriffe, die haben selbst Erwachsene schon mal gehört. Andere dagegen sind und bleiben vielen wohl einfach fremd. Egal, ob Jung oder Alt – einige der schrägen Begriffe schleichen sich in unseren Sprachgebrauch ein. „I bims“ machte beispielsweise 2017 das Rennen. Einfach mal „fly sein“ – das Jugendwort 2016 – sorgte für Schulterzucken. Nur die wenigsten konnten etwas mit dem Begriff aus der Hip-Hop-Szene anfangen, der so viel bedeutet, wie jemand oder etwas „geht besonders ab“.

„Lost“ wurde übrigens 2020 zum Jugendwort des Jahres gekürt. Es siegte vor „Cringe“ und „wild/wyld“. Wörtlich bedeutet das englische „lost“ übersetzt „verloren“. In der Jugendsprache ist damit jemand gemeint, der ahnungslos, unsicher oder unentschlossen ist.

 

Jugendwort des Jahres 2021 – Top 10

„Sheesh“ (Ausdruck des Erstaunens)
„wild“ (krass)
„cringe“ (peinlich, Fremdscham)
„sus“ (verdächtig)
„akkurat“
„same“ (Zustimmung signalisierend)
„Digga“ (Freund, Kumpel)
„papatastisch“ (fantastisch, schön)
„Geringverdiener“ (scherzhaft für Verlierer)
Meme – Es ist Mittwoch meine Kerle

Welche Vornamen haben Eltern ihren Neugeborenen 2020 am häufigsten gegeben?

Die Gesellschaft für deutsche Sprache hat Daten von mehr als 700 Standesämtern ausgewertet.

Die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) hat für die beliebtesten Vornamen in ganz Deutschland Daten von mehr als 700 Standesämtern mit insgesamt knapp einer Million übermittelten Namenseintragungen ausgewertet. Erfasst wurden damit fast 90 Prozent aller im Jahr 2020 in Deutschland vergebenen Namen.

Das Ergebnis:

Auf den ersten Plätzen landeten bei den Mädchen Emilia, Hanna(h) und Emma. Bei den Jungen führt wieder Noah die Rangliste an, gefolgt von Leon und Paul und auf Platz vier ist Matteo (oder auch Mattheo, Mateo oder Matheo) gelandet, der sich von Platz 13 im Vorjahr auf Platz vier vorgearbeitet hat.

Anglizismus des Jahres 2020

Das Wort „Lockdown“ ist zum „Anglizismus des Jahres 2020“ gekürt worden.

Die Jury der unabhängigen Initiative „Anglizismus des Jahres“ hat sich für das Wort „Lockdown“ entschieden. In der ursprünglichen Bedeutung aus den 70er-Jahren beschränkt sich das Wort auf Situationen, in denen gefängnisartige Institutionen ein Lockdown verhängt haben und die Häftlinge in ihre Zellen eingeschlossen wurden, (zum Beispiel, weil es einen Aufstand oder einen Ausbruchsversuch gab) um die Situation unter Kontrolle zu bringen.

Aber schon in den 80er-Jahren gibt es eine Ausweitung auf Situationen, wo ganze Gebiete zum Beispiel zum Schutze der Leute, die dort wohnen, unter Lockdown gestellt werden. Schon dort sieht man, dass diese Ausgangssperren nicht absolut sind, weil man Menschen nicht in ihre Häuser einsperren kann. Die Bewegungsbeschränkung muss also nicht mehr so hart sein, damit man schon von einem Lockdown spricht.

In den englischsprachigen Ländern hat sich die Bedeutung wieder einmal erweitert im Zuge der Pandemie: Lockdown bezeichnet auch Maßnahmen, bei denen unsere Bewegungsfreiheit nur eingeschränkt ist, aber nicht komplett verhindert wird. Insofern hat der Begriff eine gewisse Dehnbarkeit im Englischen, und diese erweiterte Bedeutung haben wir ins Deutsche übernommen.

Welche Wirkungen das Wort harter oder weicher „Lockdown“ auf uns Deutsche lanfristig haben wird, muss sich in Zukunft noch erweisen.

Erstmals zwei Unwörter des Jahres von der Jury der „Sprachkritischen Aktion“ gekürt

Jury rügt irreführende Begriffe

Die „Sprachkritische Aktion“ – eine überwiegend aus Sprachwissenschaftlern bestehende Jury – rügt mit dem Unwort des Jahres Wörter, die gegen die Prinzipien der Menschenwürde oder Demokratie verstoßen, die gesellschaftliche Gruppen diskriminieren oder die euphemistische, verschleiernde oder irreführende Formulierungen sind. Die eingesendeten Vorschläge müssen eines dieser Kriterien erfüllen.

Die Corona-Pandemie war bei den Vorschlägen das dominierende Thema der 1826 bis zum 31. Dezember eingegangenen Einsendungen. Es gab 625 unterschiedliche Vorschläge. Allerdings richtet sich die Jury nicht nach der Menge der Vorschläge für ein einzelnes Wort.

Die Unwörter des Jahres 2020 sind „Corona-Diktatur“ und „Rückführungspatenschaften“. Zum ersten mal kürt die Jury gleich zwei Begriffe, um darauf aufmerksam zu machen, dass auch abseits der  Corona Pandemie unangemessene Wörter geprägt wurden.

Damit wolle die Jury Rücksicht darauf nehmen, dass das Thema der Corona-Pandemie in der Öffentlichkeit im vergangenen Jahr dominiert habe. Zugleich wolle man aber darauf aufmerksam machen, „dass auch in anderen Themenbereichen weiterhin inhumane und unangemessene Wörter geprägt und verwendet werden“.

Deshalb sei die Wahl auf den Begriff „Corona-Diktatur“ gefallen, der seit Beginn des öffentlichen Diskurses in der Pandemie von selbst ernannten „Querdenkern“ und rechten Propagandisten gebraucht worden sei, um regierungspolitische Maßnahmen zur Eindämmung zu diskreditieren, so die Jury.

Der zynische Begriff „Rückführungspatenschaften“wird von der EU-Kommission in der Migrationspolitik benutzt. Er bezeichnet die Option für die Länder, die keine Flüchtlinge aufnehmen wollen, stattdessen bei Abschiebungen der Flüchtlinge zu helfen. Mit Rückführung sei nichts anderes gemeint als Abschiebung und die Patenschaft sei ein eigentlich positiv besetzter Begriff.

 

„Corona-Pandemie“ das Wort des Jahres 2020!

„Corona-Pandemie“ ist von der Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) zum „Wort des Jahres“ 2020 gekürt worden.

„Lockdown“ landete auf dem zweiten Platz, wie die Gesellschaft am Montag in Wiesbaden mitteilte.

Die Zusammensetzung bezeichne das beherrschende Thema nahezu des gesamten Jahres, erklärte die Gesellschaft . Sprachlich stehe der Begriff für eine Vielzahl neuer Wortbildungen, begründete die Jury ihre Entscheidung.

SUCHTRENDS DER WOCHE

Zum darüber nachdenken…das beschäftigt die Deutschen!

Nach folgenden Suchwörtern wurde letzte Woche (16.11.-21.11.2020) am meisten von den Deutschen gegoogled: