Kategorien
Fotos

Kapitel 1 T2

Nun sind die Microstock-Agenturen an einem neuen Wendepunkt: Die Preise für ihre Bilder werden für Privatpersonen zu teuer. Für große Firmen hingegen sind die Preise immer noch lächerlich niedrig und das gesparte Geld fließt nicht an die Fotografen und Bildagenturen, sondern in andere Bereiche.

Die Microstock-Agenturen versuchen mit Premium-Kollektionen dagegen zu steuern. Bei istockphoto klappt das mit der Vetta-Kollektion ganz gut, weil hier nur neue und exklusive Bilder zu finden sind. Fotolia hat in der Infinite-Kollektion vor allem das ausrangierte Bildmaterial von großen Macrostock-Agenturen. Deren altes Material sieht im Vergleich zu den besten neuen Microstock-Fotos hingegen oft schlecht aus.

Es sollte weiterhin günstige Bilder geben. Aber Großkunden, die mehr mit einem Bild machen als es gekostet hat, sollten entsprechend mehr bezahlen. “Erweiterte Lizenzen” und Druckauflagen-Beschränkungen sind ein Anfang.

Für große Unternehmen wie Amazon und Ebay greifen Printlizenzen und hohe Auflagen leider nicht. Solche Firmen könnten ein Foto für 1 Euro kaufen und es auf die Startseite ihrer Webseite zu packen, mit der hundertausende Euro verdient werden. Hier müssen die Bildagenturen einen Weg finden, einen Ausgleich zu schaffen.

Früher hieß dieser Ausgleich “rights managed” oder RM, bei der Bildlizenzen nach Nutzungszweck bezahlt wurden. Wer eine “royalty free”-Lizenz wollte ( um mit den Bildern beinahe alles machen zu dürfen), musste meist mindestens den doppelten Preis bezahlen. Bis die Microstock-Agenturen den Preis für RF-Lizenzen so gedrückt haben, dass die Urheber auf der Strecke blieben.

Die Nutzungsbedingungen einiger Microstock-Bildagenturen sind inzwischen komplizierter als eine “normale” RM-Lizenz. Vielleicht eine gute Gelegenheit, die bisherige Preis- und Lizenzpolitik zu überdenken. Der Ansatz von Dreamstime, Fotos umso teurer zu machen, je öfter sie verkauft wurden, ist ein Schritt in die richtige Richtung.

Microstock-Agenturen sind die Discounter unter den Online-Bildagenturen und bedienen mit kleinen Preisen und großem Angebot immer mehr Medien. Hier können sowohl Foto-Profis als auch Anfänger mit gutem Auge und Ideen mitverdienen. Zu den ehemals angesprochenen Fotoamateuren gesellen sich immer mehr Profis, die damit inzwischen Geld verdienen und den Amateuren große Konkurrenz machen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.