Das beschäftigt die Deutschen! Die häufigsten Suchwörter von Google!

Anglizismus des Jahres 2020

Das Wort „Lockdown“ ist zum „Anglizismus des Jahres 2020“ gekürt worden.

Die Jury der unabhängigen Initiative „Anglizismus des Jahres“ hat sich für das Wort „Lockdown“ entschieden. In der ursprünglichen Bedeutung aus den 70er-Jahren beschränkt sich das Wort auf Situationen, in denen gefängnisartige Institutionen ein Lockdown verhängt haben und die Häftlinge in ihre Zellen eingeschlossen wurden, (zum Beispiel, weil es einen Aufstand oder einen Ausbruchsversuch gab) um die Situation unter Kontrolle zu bringen.

Aber schon in den 80er-Jahren gibt es eine Ausweitung auf Situationen, wo ganze Gebiete zum Beispiel zum Schutze der Leute, die dort wohnen, unter Lockdown gestellt werden. Schon dort sieht man, dass diese Ausgangssperren nicht absolut sind, weil man Menschen nicht in ihre Häuser einsperren kann. Die Bewegungsbeschränkung muss also nicht mehr so hart sein, damit man schon von einem Lockdown spricht.

In den englischsprachigen Ländern hat sich die Bedeutung wieder einmal erweitert im Zuge der Pandemie: Lockdown bezeichnet auch Maßnahmen, bei denen unsere Bewegungsfreiheit nur eingeschränkt ist, aber nicht komplett verhindert wird. Insofern hat der Begriff eine gewisse Dehnbarkeit im Englischen, und diese erweiterte Bedeutung haben wir ins Deutsche übernommen.

Welche Wirkungen das Wort harter oder weicher „Lockdown“ auf uns Deutsche lanfristig haben wird, muss sich in Zukunft noch erweisen.

Erstmals zwei Unwörter des Jahres von der Jury der „Sprachkritischen Aktion“ gekürt

Jury rügt irreführende Begriffe

Die „Sprachkritische Aktion“ – eine überwiegend aus Sprachwissenschaftlern bestehende Jury – rügt mit dem Unwort des Jahres Wörter, die gegen die Prinzipien der Menschenwürde oder Demokratie verstoßen, die gesellschaftliche Gruppen diskriminieren oder die euphemistische, verschleiernde oder irreführende Formulierungen sind. Die eingesendeten Vorschläge müssen eines dieser Kriterien erfüllen.

Die Corona-Pandemie war bei den Vorschlägen das dominierende Thema der 1826 bis zum 31. Dezember eingegangenen Einsendungen. Es gab 625 unterschiedliche Vorschläge. Allerdings richtet sich die Jury nicht nach der Menge der Vorschläge für ein einzelnes Wort.

Die Unwörter des Jahres 2020 sind „Corona-Diktatur“ und „Rückführungspatenschaften“. Zum ersten mal kürt die Jury gleich zwei Begriffe, um darauf aufmerksam zu machen, dass auch abseits der  Corona Pandemie unangemessene Wörter geprägt wurden.

Damit wolle die Jury Rücksicht darauf nehmen, dass das Thema der Corona-Pandemie in der Öffentlichkeit im vergangenen Jahr dominiert habe. Zugleich wolle man aber darauf aufmerksam machen, „dass auch in anderen Themenbereichen weiterhin inhumane und unangemessene Wörter geprägt und verwendet werden“.

Deshalb sei die Wahl auf den Begriff „Corona-Diktatur“ gefallen, der seit Beginn des öffentlichen Diskurses in der Pandemie von selbst ernannten „Querdenkern“ und rechten Propagandisten gebraucht worden sei, um regierungspolitische Maßnahmen zur Eindämmung zu diskreditieren, so die Jury.

Der zynische Begriff „Rückführungspatenschaften“wird von der EU-Kommission in der Migrationspolitik benutzt. Er bezeichnet die Option für die Länder, die keine Flüchtlinge aufnehmen wollen, stattdessen bei Abschiebungen der Flüchtlinge zu helfen. Mit Rückführung sei nichts anderes gemeint als Abschiebung und die Patenschaft sei ein eigentlich positiv besetzter Begriff.

 

SUCHTRENDS DER WOCHE

Zum darüber nachdenken…das beschäftigt die Deutschen!

Nach folgenden Suchwörtern wurde letzte Woche (16.11.-21.11.2020) am meisten von den Deutschen gegoogled: