Anglizismus des Jahres 2020

Das Wort „Lockdown“ ist zum „Anglizismus des Jahres 2020“ gekürt worden.

Die Jury der unabhängigen Initiative „Anglizismus des Jahres“ hat sich für das Wort „Lockdown“ entschieden. In der ursprünglichen Bedeutung aus den 70er-Jahren beschränkt sich das Wort auf Situationen, in denen gefängnisartige Institutionen ein Lockdown verhängt haben und die Häftlinge in ihre Zellen eingeschlossen wurden, (zum Beispiel, weil es einen Aufstand oder einen Ausbruchsversuch gab) um die Situation unter Kontrolle zu bringen.

Aber schon in den 80er-Jahren gibt es eine Ausweitung auf Situationen, wo ganze Gebiete zum Beispiel zum Schutze der Leute, die dort wohnen, unter Lockdown gestellt werden. Schon dort sieht man, dass diese Ausgangssperren nicht absolut sind, weil man Menschen nicht in ihre Häuser einsperren kann. Die Bewegungsbeschränkung muss also nicht mehr so hart sein, damit man schon von einem Lockdown spricht.

In den englischsprachigen Ländern hat sich die Bedeutung wieder einmal erweitert im Zuge der Pandemie: Lockdown bezeichnet auch Maßnahmen, bei denen unsere Bewegungsfreiheit nur eingeschränkt ist, aber nicht komplett verhindert wird. Insofern hat der Begriff eine gewisse Dehnbarkeit im Englischen, und diese erweiterte Bedeutung haben wir ins Deutsche übernommen.

Welche Wirkungen das Wort harter oder weicher „Lockdown“ auf uns Deutsche lanfristig haben wird, muss sich in Zukunft noch erweisen.

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